Windlasten Wand

Windlasten Wand

Ungelesener Beitragvon markow am Mi 10. Mai 2017, 09:41

Hallo zusammen,
ich habe eine Außenwand mit L=40m und H=7m einer Industriehalle von 1966.
Nun solle ein Teilstück der Wand mit einer Länge von 9m auf H=4m reduziert werden. Direkt darüber gibt es auch kein Dach mehr. Jedoch ist diese
Wand an den Rändern durch Ringbalken gehalten.
Frage: Muß diese Wand mit dem Winddruck "freistehende Wand betrachtet werden" ? Oder reicht es, wenn ich 0,8+0,5 als cp annehme?

Vielleicht kann mir ja einer auf die Sprünge helfen. Besten Dank im Voraus!

Gruß
Thomas Markow
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Re: Windlasten Wand

Ungelesener Beitragvon Th. Behr am Mi 10. Mai 2017, 10:21

Hallo Herr Markow,

also ich wäre auf Nummer sicher gegangen und hätte das als freistehende Wand angenommen.
Sie werden wahrscheinlich eh oben drauf wieder nen Ringbalken betonieren müssen.
Da müssten ja dann seitlich StB.-Stützen stehen wo das anbindet?

MfG - Thomas
Th. Behr
 
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Re: Windlasten Wand

Ungelesener Beitragvon markow am Mi 10. Mai 2017, 12:00

Danke,
aber wenn ich alles kaputt rechnen soll, dann nehme ich die freistehende Wand :)
Aber wie ist das in der exakten Betrachtung gemäß Norm?
Es ist ja keine Gartenmauer, oder Brüstung oder so.
Die Wand wird ja oben gehalten, also wäre das im Sinne der Norm nicht freistehend, oder?

Gruß
Thomas Markow
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Re: Windlasten Wand

Ungelesener Beitragvon Th. Behr am Mi 10. Mai 2017, 12:26

Ich hab mal eine Skizze beigefügt, so wie ich Ihre Schilderung verstanden hab.

Sie können ja auch einfach die Windkräfte aus der Gebäudegeometrie ermitteln. Da wir dann bestimmt Bereich D, E oder B maßgebend.
Und dann wirds nachgewiesen.

Oder wie gesagt auf Nummer sicher als freistehende Wand. Es geht doch erstmal nur um die Windlastermittlung.

Das die Wand ohne Ringbalken stehenbleibt glaube ich ehrlich gesagt sowiso nicht.

Für freistehende Wände gibt es auch kleine Hilfsmittel in Form von Diagrammen.
http://www.tragwerk-software.de/index.php/downloads

Ohne Werbung machen zu wollen, die haben da auch sehr gute Software für Spezialfälle. Und das Preis-Leistungsverhältnis passt auch.

Grüße - Thomas
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Re: Windlasten Wand

Ungelesener Beitragvon Th. Behr am Mi 10. Mai 2017, 12:33

Achso, was mir noch einfällt.

Bin ja jetzt nicht unbedingt der Mauerwerksspezialist. Aber im EC6 stehen doch Randbedingungen ab wann man eine Wand seitlich gehalten annehmen kann.
Bzw. einfach mal in den Büchern der Kalksandsteinindustrie schauen, da ist es sehr gut beschrieben.

Rechnen Sie die Wand am besten als zweiseitig gehalten nach (oben durch Ringbalken, unten durch Gründung).
Dann oben den Ringbalken mit Last aus H/2 als Einfeldträger. Und dessen Lagerkräfte dann in die Stützen der AW einleiten die ja da eigentlich irgendwo sein müssten.

Und wenn alles nichts hilft hätte ich aller paar Meter einfach ne StB.-Stütze reinbetoniert. Mit dem Gesundrechnen ist das ja eh immer so ne Sache, schon allein wegen der Haftung. :?
Th. Behr
 
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Re: Windlasten Wand

Ungelesener Beitragvon markow am Mi 10. Mai 2017, 13:19

die Skizze ist genau richtig! Wenn gelb = fehlendes Dach ist.
Danke für die Antworten.
Letzendlich bekommen Sie den Nachweis mit Wind für "freistehende Wand " nicht hin.
Da allein schon über die Definition mit e<d/3 schon alles auseinanderfällt.
Zumal wenn es auch keine schwere Mauerwerkswand ist, sondern Hlz Ziegel, d=36,5 von 1966.
Habe schon mal das ganze mit zweiseitigem Lastabtrag betrachtet, und dann mit den Momenten die klaffende Fuge vertikal und versucht horizontal
in den beiden Richtungen versucht auszurechnen, das klappt noch gerade so. Irgendwie :mrgreen:

Vielleicht haben Sie noch weitere Lösungsansätze?!

Gruß Thomas
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Re: Windlasten Wand

Ungelesener Beitragvon markow am Do 11. Mai 2017, 15:00

Hallo zusammen,
hat schon jemand für eine 4 seitig gehaltene Wand mit Windbelastung auf Platte quasi den Nachweis
für e<d/3 in x und y geführt? Denn alle Wandprogramme machen ja dann trotz vierseitige Halterung den
Nachweis für d/3 immer nur für zweiseitig gehalten!

Danke und Grüße schon mal!

Thomas Markow
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