FEM Platte - Auflagerkräfte

FEM Platte - Auflagerkräfte

Ungelesener Beitragvon brenner am Sa 12. Jan 2019, 17:47

Guten Abend,

ich habe eine Frage zur Auswertung der im FEM-Plattenmodul ermittelten Auflagerkräfte an einer innen liegenden Wandecke.

Herr Fahlbusch hatte 2015 dazu auch schon mal eine Frage formuliert, die blieb aber unbeantwortet, es ging dann weiter um den Durchstanznachweis.
viewtopic.php?f=4&t=2492&hilit=auflager&start=20#p11433

Bei mir geht es weniger um einen Durchstanznachweis als um die Lastermitlung für die Bemessung der unter der Decke liegenden Wand und des Fundamentes. Ich stehe gerade irgendwie auf dem Schlauch.

Das Mauerwerk innen wird KS mit einer Stärke von 17,5 cm . Der kurze Schenkel ist 42,5 cm lang, der lange 97,5 cm. Jeweils außen gemessen.

Die Lasten hab ich so ermittelt:
genaue Verteilung + Detailausdruck L8
kurzer Schenkel: (406 + (-24)) / 2 x 0,323 = 63 kN
genaue Verteilung
langer Schenkel: (406 + (-69)) / 2 x 0,322 = 55 kN

In Summe würden das 118 kN sein, zzgl. Sturzlasten der Türen neben dran in der Größenordnung von Höhe von 44+6 kN = 168 kN

Ausgehend von der gleichmäßigen Verteilung ergeben sich:
kurzer Schenkel: 38,5 x 0,425 = 16 kN
langer Schenkel: 17,0 x 0,975 = 17 kN

Das wären dann 33 kN, zzgl. Sturzlasten der Türen nebendran in der Größenordnung von Höhe von 38,5+8,5 kN = 80 kN.

Ist meine Auswertung der genauen Verteilung richtig oder hab ich da noch einen Denkfehler drin? Die Größenordnung kann ich im Vergleich mit der gleichmäßigen Verteilung nicht wirklich bewerten. Sind ca. 50% Abweichung realistisch? Und wenn ja, welche ist die richtige Verteilung zum Weiterrechnen. Bei einer normal durchlaufenden Wand wird man wohl eher die gleichmäßige Verteilung nehmen, oder?

Kann mir jemand ein Tip geben?

Ein schönes Wochenende wünsche ich.

Torsten Brenner
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Re: FEM Platte - Auflagerkräfte

Ungelesener Beitragvon wernerL am So 13. Jan 2019, 10:53

Hallo Herr Brenner,
mit der Vorgabe von Linienlagern verlangen Sie, dass die Durchbiegungen der Platte unmittelbar neben der Ecke identisch Null sein soll. Modellieren Sie zum Vergleich einmal nur eine Stütze (möglichst noch als Feder mit der zugehörigen Dehnsteifigkeit!) in der Wandecke. Die Linienlager lassen Sie erst jenseits der Türen beginnen. Vielleicht erhalten Sie am Beginn dieser Lager noch abhebende Auflagerkräfte, die dann aber wesentlich geringer sein werden, als wenn Sie wie in Ihrer Modellierung horizontale Tangenten der Platten-Biegelinien erzwingen. Im Übrigen erscheint mir Ihre Modellierung viel zu feinmaschig!
WernerL
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Re: FEM Platte - Auflagerkräfte

Ungelesener Beitragvon K. Hümmerich am So 13. Jan 2019, 20:23

Hallo u. guten Abend,

allzuviel "Genauigkeit" bei der Ermittlung der Fundamentlasten
ist eigentlich in der Regel nicht erforderlich.
Es genügt durchaus den Abtrag der Deckenlast auf die Tragwände
durch Aufteilung der Flächen(-Last) in Gleich-, Trapez- und Dreiecklasten
(auch unter Einschluss von UZ-Auflagern) zu ermitteln u. in einer Grund-
riss-Skizze darzustellen.
Zur Kontrolle bereits ermittelter Lasten eine brauchbare Methode.
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Re: FEM Platte - Auflagerkräfte

Ungelesener Beitragvon Nordlicht am Mo 14. Jan 2019, 10:54

Hallo,
Auflager sollten als Feder eingegeben werden, das "entschärft" solche
Eckpunkte enorm.
Für den Durchstanznachweis würde ich die über die Ecke verteilte
Belastung (mit nicht ganz steifen Auflagern, wahrscheinlich auch nicht
ganz so groß) nehmen, für die Fundamente die gleichmäßig verteilte.
Gruß aus dem Norden
Harzerstatik 17/12.5 und HarzerCAD 2010-081 unter Windows 7 Ultimate 64bit
Nordlicht
 
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Re: FEM Platte - Auflagerkräfte

Ungelesener Beitragvon brenner am Mo 14. Jan 2019, 18:29

Guten Tag!

für das Netz versuche ich i.d.R. immer zwischen 1,5d und 2d bleiben. Gibt es da noch andere Erfahrungswerte oder Empfehlungen?

Ich bin dem Hinweis gefolgt und habe alle Linienlager mit Federsteifigkeiten versehen. Die Singularitäten sind nicht mehr vorhanden. Die Lasten für meinen Eckpfeiler zur Weiterrechnung liegen damit bei ca. 115 kN einschl Sturzlasten bei der genauen Verteilung bzw. bei ca. 80 kN für die gleichmäßige Verteilung. Das passt zu meinem Lastabtragungsmodell. Die Anpassung der Fundamentbreiten fällt damit moderater aus.
Eine Durchstanzbewehrung ist nicht mehr erforderlich - wobei das nachrangig ist. Im Bereich der großen, angrenzenden Deckenfelder sind die Zulagen zur Grundbewehrung etwas anders verteilt, ebenso an den Auflagern.

Ich habe auch den anderen Weg mit der Stütze einschließlich Feder in dem sonst starren Sytem probiert. Dabei reduziert sich die Last in der Ecke auf ca. 20 kN. Die Singularitäten verschieben sich zu den jenseitigen Wandanfängern. Das wird wohl der Fall für eine zu sportliche Festlegung der Fundamentbreite im Eckbereich sein. 2 bis 3 mm mehr Setzungen an der Ecke und die Decke hängt sich in die jenseitigen Wandanfänger - auch eine Art Grenzwertbetrachtung.

Vielen Dank für die Denkanstöße.

Torsten Brenner
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